{"id":620,"date":"2018-06-17T15:10:57","date_gmt":"2018-06-17T13:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.2.151\/wordpress\/?p=620"},"modified":"2023-08-21T17:55:08","modified_gmt":"2023-08-21T15:55:08","slug":"und-sonst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sowahome.de\/WordPress\/und-sonst\/","title":{"rendered":"&#8230; und sonst?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tAn dieser Stelle will ich auf das eingehen, was keinen Eingang gefunden hat in die t\u00e4glichen Berichte, aber trotzdem unbedingt erw\u00e4hnt werden muss. Dazu geh\u00f6rt an erster Stelle die Natur, die wir in Masuren erleben durften. Morgens von Schreien der Graureiher geweckt zu werden, ist schon ein sehr besonderes Erlebnis. Diese gro\u00dfen V\u00f6gel bei der Nahrungssuche auf Wiesen beobachten zu k\u00f6nnen, verleitet schon dazu, das offiziell vorgeschlagene Tempolimit sehr deutlich zu unterschreiten. Im Flug wirken diese V\u00f6gel einfach majest\u00e4tisch, wie sie sich mit langsamem Fl\u00fcgelschlag \u00fcber die gro\u00dfe Wiese hinter unserem Haus zum Wald hin bewegten.<\/p>\n<p>St\u00f6rche sind gl\u00fccklicherweise keine Seltenheit mehr. Sie tauchten auf unserem Weg in den Osten zunehmend \u00f6fter auf und waren in Masuren in fast jedem Dorf anzutreffen. Irgendwann schaute man schon nicht mehr hin &#8211; eine erfreuliche Normalit\u00e4t. Ganz anders die Raubv\u00f6gel, die, wenn man sie bemerkte, mit der Suche nach oder dem Verzehr von Nahrung besch\u00e4ftigt waren. Es ist unglaublich, wenn sich ein Habicht einfach im Sturzflug auf eine Maus fallen l\u00e4sst und dann, kurz vor dem Zugriff, die Geschwindigkeit kontrolliert verringert. Und das alles ohne ABS und blockierende R\u00e4der.<\/p>\n<p>Rehe haben wir nat\u00fcrlich auch gesehen, einen Hirsch, den Walentynas Tochter fr\u00fch am Morgen auf dem Weg zur Arbeit am Waldrand gesehen hat, leider nicht. Auch einen Elch konnten wir in freier Wildbahn nicht bewundern. Maryla erz\u00e4hlte uns davon, dass vor nicht langer Zeit ein solches Riesentier sich dicht bis ans Dorf vorgewagt hatte.<\/p>\n<p>Ja, und dann &#8211; was unseren Blicken auch verwehrt war &#8211; der Fischreichtum der zahlreichen Seen Masurens. Richard berichtete von den Angelergebnissen des letzten Besuchs aus Deutschland. Die anglerischen Laien holten akzeptable Hechte aus dem Wasser, wohl dokumentiert mit Fotos. In meiner anglerischen Karriere habe ich auf einen 10-Pf\u00fcnder nie zu hoffen gewagt. Dort in den masurischen Seen geh\u00f6ren solche Fische zum normalen Bestand.<\/p>\n<p>Eine Nummer kleiner waren die Fr\u00f6sche, die mir morgens bei der Auswahl der Blumen des Tages immer wieder begegnet sind, teilweise weit abseits des kleinen Sees neben unserer Unterkunft. Ganz besonders beeindruckt hat mich ein winziger Frosch, der nicht gr\u00f6\u00dfer war als der Fingernagel meines kleinen Fingers &#8211; und ich habe zierliche Finger. Leider ist mir kein Foto gelungen, er hatte eine Fluchtdistanz, die umgekehrt proportional zu seiner K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe war.<\/p>\n<p>Insekten gab es auch &#8211; praktisch \u00fcberall schwirrten Libellen in allen m\u00f6glichen Farben durch die Luft. Zum Gl\u00fcck hielten sie sich von den Stra\u00dfen fern, ein Kontakt mit Windschild oder Helmvisier h\u00e4tte einen l\u00e4ngeren Blindflug zur Folge gehabt. Die Fliegen und M\u00fccken waren im Wald besonders anh\u00e4nglich und begr\u00fc\u00dften uns immer gleich in sehr gro\u00dfer Anzahl. Engelbert trug zahlreiche Merkmale des intensiven Kontakts mit den kleinen Blutsaugern, weswegen er auch seinen intensiven Wunsch nach einem Bad in einem masurischen See aufgab.<\/p>\n<p>Der Verkehr in Polen ist nat\u00fcrlich ein Thema, das man nicht ausklammern kann. Wegen der Hauptverkehrsadern zwischen den Metropolen ist dort der Schwerlastverkehr besonders stark konzentriert. Das ist nicht unbedingt gef\u00e4hrlich, weil die LKW-Fahrer sehr kooperativ und r\u00fccksichtsvoll sind, aber es ist nervig, immer wieder eine Reihe dieser Fahrzeuge vor sich zu haben und \u00fcberholen nur gelegentlich m\u00f6glich ist. Die Nebenstra\u00dfen bieten deutlich mehr Fahrspa\u00df und auch die Gefahr durch testosterongesteuerte Schwachk\u00f6pfe ist sehr, sehr gering. Anders als gestern auf der R\u00fcckfahrt in Hessen, als mir unmittelbar auf einer Kuppe einer dieser 3er-Fahrer auf meiner Fahrspur entgegen kam. Da war spontanes Bremsen und der rechte Fahrbahnrand angesagt. Dieser Schwachkopf konnte sich nicht vorstellen, dass es jenseits seines Horizonts noch etwas gibt. Und die H\u00fcgelkuppe in 200 Metern Entfernung war sein Horizont.<\/p>\n<p>Eines ist aber noch zu erw\u00e4hnen: der Vollkontakt zwischen einem Trecker und einem LKW, dessen Folgen wir auf der Fahrt nach Kielce gesehen haben. Der Trecker lag ziemlich zerlegt im Stra\u00dfengraben und der LKW stand vorne rechts arg l\u00e4diert etwas weiter weg am Stra\u00dfenrand. Sehr wahrscheinlich hat der Treckerfahrer beim Einbiegen den LKW \u00fcbersehen, aus welchen Getr\u00e4nkegr\u00fcnden auch immer. Zumindest ist er sehr schnell im Rettungswagen, der uns entgegen kam, ins n\u00e4chste Krankenhaus gebracht worden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist festzustellen, dass wir die Fahrten in und durch Masuren mit gro\u00dfer Begeisterung genossen haben. Wir haben viele nette Menschen getroffen, f\u00fcr die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft selbstverst\u00e4ndlich ist. F\u00fcr die sch\u00f6nen Stunden und Tage in Masuren bedanken wir uns bei Walentyna und Wies\u0142aw, Richard und Maryla sowie Monika und Tante Anna, die uns viel vom beschwerlichen Leben der Bauern in Masuren erz\u00e4hlen konnte. Sie gab uns auch die Erkl\u00e4rung f\u00fcr die \u00fcberall zu findenden Lupinen, die in der Fruchtfolge des sandigen Ackerbodens f\u00fcr die Landwirtschaft einfach unerl\u00e4sslich waren.<\/p>\n<p>Die Fr\u00fchst\u00fccksgespr\u00e4che am gemeinsamen Wochenende in Borowe mit Ania und Hubert gaben mir die Gewissheit, dass auch von der jungen Generation Polens die Idee Europas weiter vorangetrieben wird. Man kann auf die n\u00e4chste Wahl gespannt sein.<\/p>\n<p>Tja, wie sagt man heutzutage in den Online-Bewertungen:<br \/>\n<b>Masuren &#8211; immer gerne wieder!<\/b><\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr die gesch\u00e4tzte Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle will ich auf das eingehen, was keinen Eingang gefunden hat in die t\u00e4glichen Berichte, aber trotzdem unbedingt erw\u00e4hnt werden muss. Dazu geh\u00f6rt an erster Stelle die Natur, die wir in Masuren erleben durften. Morgens von Schreien der Graureiher geweckt zu werden, ist schon ein sehr besonderes Erlebnis. 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