{"id":376,"date":"2016-07-10T16:59:33","date_gmt":"2016-07-10T14:59:33","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.2.151\/wordpress\/?p=376"},"modified":"2023-08-21T18:02:37","modified_gmt":"2023-08-21T16:02:37","slug":"fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sowahome.de\/WordPress\/fazit\/","title":{"rendered":"Fazit"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tIm R\u00fcckblick haben wir gut daran getan, die ganze Tour nicht exakt zu planen sondern nur einen Fahrplan aufzustellen, der flexibel ist und jederzeit ge\u00e4ndert werden kann. Vieles war vom Wetter abh\u00e4ngig, das bekannterma\u00dfen in Norwegen einem schnellen Wechsel unterliegen kann. So war es dann auch, was uns veranlasste, die geplante Etappe auf der K\u00fcstenstra\u00dfe 17 Richtung Trondheim zu \u00e4ndern und einen Tag fr\u00fcher wieder ins Landesinnere zu fahren. Regen am Fjord kann zerm\u00fcrben, dazu noch N\u00e4sse auf neu asphaltierten Abschnitten, mit denen zu dieser Jahreszeit praktisch \u00fcberall zu rechnen ist, die die Fahrbahn sehr glatt macht. Auf zwei R\u00e4dern ist das ein weniger gro\u00dfes Vergn\u00fcgen. Dazu h\u00e4ngen die Wolken dann auch sehr tief, man f\u00e4hrt st\u00e4ndig mit eingezogenem Kopf&#8230;<\/p>\n<p>Die zweite \u00c4nderung erfolgte auf dem Weg zum Geirangerfjord, den wir dann doch nicht anfuhren. Erstens wegen des Dauerregens in dieser Region, zweitens den sehr niedrigen Temperaturen und drittens, wie uns eine nette Norwegerin glaubhaft versicherte, wegen des touristischen Rummels dort, der mittlerweile \u00fcberhand nimmt. Aber den Trollstiegen haben wir mitgenommen, der wirklich eine phantastische Aussicht &#8211; speziell bei der Abfahrt &#8211; bot. Zwar stand oben auch der Kommerz im Mittelpunkt, jedoch hatte ich wegen der vielen Motorradfahrer und auch Radfahrer den Eindruck, dass man auch aus anderen Gr\u00fcnden als &#8222;Muss man gewesen sein&#8220; dort die 405 Meter durch elf Haarnadelkurven hoch f\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Die dritte \u00c4nderung erfolgte hinsichtlich des R\u00fcckwegs. An dieser Stelle gebe ich zu, bei der Planung die Fahrten mit F\u00e4hren minimiert zu haben, weil ich einige Male schlechte Erfahrungen gemacht habe. Deswegen sollte es auch \u00fcber die \u00d6resundbr\u00fccke gehen. Da aber, so die Erfahrung auf der Reise, kein merklicher Seegang auftrat und ich sogar w\u00e4hrend der Fahrt feste Nahrung zu mir nehmen konnte, ging es dann an der Ostsee noch zweimal auf eine F\u00e4hre.<\/p>\n<p>Weiterhin gebe ich zu, w\u00e4hrend der Tour nicht alles an Erlebnissen in den Berichten geschildert zu haben, was vielleicht zu Irritation oder gar Bef\u00fcrchtungen Anlass h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rten manche Begegnungen mit Wohnmobilen, die sich viele Norweger kaufen, wenn sie nicht mehr in der Lage sind ein normales Auto zu fahren. Das hat mir ein Norweger gesagt! Manchmal prangte auch ein deutsches Kennzeichen an einem der genau in der Mitte der Stra\u00dfe entgegenkommenden Fahrzeuge. Aber wir sind ja immer sehr vorsichtig und vorausschauend gefahren.<\/p>\n<p>Ich glaube irgendwann die Bushaltestellen am Stra\u00dfenrand erw\u00e4hnt zu haben, die in den teilweise sehr einsamen Landstrichen &#8211; wir sind tats\u00e4chlich mal gut 100 km gefahren ohne jemandem zu begegnen &#8211; ein Indiz waren, dass in der N\u00e4he Menschen lebten. In den baltischen Staaten war das anders. Dort sa\u00dfen an den Bushaltestellen meistens Damen, deren Outfit darauf schlie\u00dfen lie\u00df, dass sie eher nicht auf den Bus warteten. Ich vermute mal, dass der Weg Litauens und Lettlands hin zu Europa noch etwas weiter ist als der von Estland. Vieles von dem, was wir dort gesehen haben, deutete darauf hin, aber auch die Aktivit\u00e4ten zur Verbesserung der Infrastruktur und der ersichtlichen Bauma\u00dfnahmen, mit denen man in Estland ganz offensichtlich Jahre fr\u00fcher begonnen hat, zeigten, dass Europa in der Gemeinschaft viel zum Positiven ver\u00e4ndern kann. Da verstehe einer die Briten.<\/p>\n<p>In Polen ist mir aufgefallen, dass die Politik Jaros\u0142aw Kaczy\u0144skis hinsichtlich der europ\u00e4ischen Ausrichtung durchschlagenden Erfolg hat. Jedes Gespr\u00e4ch mit Polen, denen wir begegnet sind und mit denen wir uns unterhalten haben ist genau an dem Punkt zu Ende, wenn man \u00fcber eine gemeinsame W\u00e4hrung und eine gemeinsame Zukunft Polens sprechen will. Irgendwie habe ich auch jetzt noch das Gef\u00fchl, dass es besser ist nicht zu schreiben, wann und wo wir diese Gespr\u00e4che hatten &#8211; man k\u00f6nnte ja jemanden in Schwierigkeiten bringen. In der Vergangenheit hatte ich in Polen schon einmal ein besseres Gef\u00fchl. Trotzdem oder gerade deswegen: Nichts wie hin in das wundersch\u00f6ne Masuren und dieser anti-europ\u00e4ischen Haltung entgegen wirken!<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df noch ein Ereignis, das uns betroffen gemacht hat. Bei einer Kaffeepause an einer Tankstelle trafen wir auf eine Gruppe Biker aus Finnland, die in die Richtung wollten, aus der wir kamen. Sie wollten sich auf das Regenwetter in Norwegen vorbereiten und zogen ihre Regenkombis an. Einer von ihnen, wohl der \u00e4lteste mit gesch\u00e4tzt knapp \u00fcber 70 Jahren, zog einen \u00dcberschuh f\u00fcr den rechten Stiefel an, den er etwas h\u00f6her auf eine Bank gestellt hat. Auf einmal kippte er nach rechts um und sagte etwas, das wie &#8222;Prothese&#8220; klang. Dann lag er da und r\u00fchrte sich nicht, blieb aber ganz ruhig und sagte nur immer dieses Wort. Seine Begleiter kamen auch sofort und erkl\u00e4rten uns, dass er eine H\u00fcftprothese habe. Wegen der Fu\u00dfstellung ist wohl der Kopf aus der Pfanne gesprungen und es gab kein Halten mehr. Sofort k\u00fcmmerte man sich um eine Ambulanz, die ihn ins n\u00e4chste Krankenhaus bringen sollte. Selber einrenken ist wohl bei einer Luxation nicht so angesagt. Da wir nicht helfen konnte fuhren wir weiter, nach etlichen Kilometern kam uns dann der Krankenwagen mit Blaulicht entgegen. Der arme Kerl hat bestimmt fast eine Stunde im Regen auf dem Boden gelegen und auf \u00e4rztliche Hilfe gewartet.<\/p>\n<p>So, genug der nicht so sch\u00f6nen Erlebnisse. Zum Schluss noch die Feststellung, dass jeder Blick in den R\u00fcckspiegel unterwegs ein vollkommen anderes Bild als das vor uns liegende zeigte. Man k\u00f6nnte die Tour auch noch einmal anders herum fahren, diesmal mit Geiranger, ohne Nordkap, mit Lofoten und Schweden und vielleicht mehr F\u00e4hre statt Autobahn.<\/p>\n<p>Mal sehen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im R\u00fcckblick haben wir gut daran getan, die ganze Tour nicht exakt zu planen sondern nur einen Fahrplan aufzustellen, der flexibel ist und jederzeit ge\u00e4ndert werden kann. Vieles war vom Wetter abh\u00e4ngig, das bekannterma\u00dfen in Norwegen einem schnellen Wechsel unterliegen kann. 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